HIER-HIBAKUSHA*

Ich war damals 9. Wir waren jeden Tag draußen in den hüfthohen Wiesen & am Bach spielen & sollten da plötzlich von einem Tag auf den anderen nicht mehr rein. Nach einem Tag Pause waren wir Kinder trotzdem wieder drin…im Morgentau bzw. in den Resten des Regens tags zuvor. Tage oder Wochen später wurde der Sand im Spielplatz am Hangelesbach ausgetauscht. Woher aber der neue Sand kam & wohin der alte gebracht wurde, wusste niemand. Vielleicht hat man damit dann im Winter heimlich die Straßen gestreut…das war & blieb die einzig sichtbare Veränderung. Und dass man Nahrungsmitteldosen hortete von vor dem Unglück. Die waren aber auch irgendwann verbraucht.

Dann erschien Gudrun Pausewangs getriebenes Buch „Die Wolke“, das man an der Schule gelesen hat. Die Schilderungen darin versetzten uns in blankes Entsetzen, in größtmögliche Hilflosigkeit & ließen uns fragen, warum niemand etwas dagegen unternommen hatte, warum man überhaupt solche Monstren erschaffen hat, wohlwissend um deren Gefahr bei Verlieren der Kontrolle darüber. Für Politik hatten sich Kinder damals noch nicht zu interessieren. Man vertraute als Kind auch auf „die Politiker da oben“, denn die waren halt da & es würde schon alles gutgehen und wieder gutwerden.

Weiterlesen „30 radiationing years ago…“

Advertisements